ZAUBERLEHRLING MIT BUCHSTABIERPROBLEMEN - Nicodemus der Zauberverschreiber
VERLAG: Hobbit Presse Klett-Cotta
AUTOR: Blake Charlton
SEITEN: 473 | Gebunden
PREIS: 19,95 € | Im Handel erhältlich
Die Magie in Starhaven, der Heimat von Nicodemus Weal, ist wahrhaft mächtig. Dabei spielt Geschriebenes eine ganz besondere Rolle: Wer es versteht, Buchstaben, Worte und sogar ganze Sätze von Buchseiten und Pergamenten sich lösen zu lassen, der kann damit Zauber aller Art wirken. So lässt sich mit einem abwehrenden Satz jeder Gegner in Schach halten, ein scharf formulierter als gefährliche Waffe einsetzen oder mit der passenden Diktion nicht nur ein Gegenstand in die Luft erheben, sondern auch das Herz eines Menschen anhalten.
Was sich aber leicht und einfach anhört, will nicht nur in langer, gründlicher Schulung angeeignet sein, sein, sondern setzt auch ganz bestimmte Fähigkeiten voraus – die zu Lesen und zu Schreiben. Genau daran aber hapert es bei Nicodemus, Lehrling an der renommierten Akademie der Zauberer von Starhaven. Um genau zu sein: Nicodemus kann nicht buchstabieren. Dabei hat ihm erst ein außergewöhnliches Talent den Zugang zu Zauberschule verschaffen, versteht er es doch wie kein zweiter, die magischen Runen, die für Zaubersprüche notwendig sind, zu erschaffen. So schnell, dass manchen in ihm schon den Halcyon sahen, den Prophezeiten, der Starhaven vor großer Unbill schützen soll. Doch seine Unfähigkeit, Sprüche korrekt zusammen zu setzen, führt zu einigem Chaos. Sind die Auswirkungen, die falsch buchstabierte Sprüche haben, doch teils lebensgefährlich.
So geraten denn auch Nicodemus und der alte, blinde Zauberer Shannon, der sich als einziger um ihn kümmert, in Verdacht, als ein machtvoller Meister der Magie mit einem mißgewirkten Zauberspruch getötet wird. Bei dem Versuch, ihre Unschuld zu beweisen, läuft den beiden allerdings die Zeit davon. Denn der Mörder schaltet nach und nach all jene Zauberlehrlinge aus, die sich in der Kunst des Sprücheklopfens als unfähig erweisen. Nachdem er bereits mehrere Opfer gefunden hat, deutet alles daraufhin, dass Nicodemus als nächstes auf der Liste des Unbekannten steht. So haben die beiden bei der Suche nach dem wahren Täter wie den Wurzeln der Magie nicht nur die Ermittler im Nacken, sondern auch einen skrupellosen Meuchelmörder, der vor Nichts zurückschreckt.
DER AUTOR | BLAKE CHARLTON
Mit reichlich Talent scheint Blake Charlton, der mit „Nicodemus – Der Zauberverschreiber“ ein mehr als erstaunliches Fantasy-Debut vorgelegt hat, auf jeden Fall bedacht worden zu sein. Aber auch mit einem gehörigen Maß an Ehrgeiz und Energie. Ist der 1979 geborene US-Amerikaner doch derzeit auf zwei völlig unterschiedlichen Gebieten mit wachsendem Erfolg tätig. So sorgt nicht nur sein erster Roman für einige Furore, sondern macht sich Charlton auch als Mediziner einen Namen. Was auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheint, erweist sich beim Blick auf Charltons Werdegang als logische Konsequenz einer Kindheit und Jugend, die von Legasthenie geprägt war. Die er nur mit Mühe bekämpfte, was zur Konsequenz hatte, dass er mit zwölf Jahren noch nicht einmal in der Lage war, ein Buch zu lesen. Erst als seine Eltern begannen, ihm Fantsay-Erzählungen von Terry Brooks, Tad Williams und anderen Großmeistern des Genres vorzulesen, um damit das Interesse des jugendlichen Charlton an Literatur zu wecken, wächst sein Ehrgeiz, diese selbst zu erleben und zu entdecken. Schließlich gelang es ihm sogar, sich auf der renommierten Universität von Yale einzuschreiben und schließlich seinen ersten Roman zu beginnen. Die Krebserkrankung seines Vaters und deren überraschende Heilung brachten Charlton dazu, nicht nur der Literatur seine Aufmerksamkeit zu widmen, sondern auch der Medizin. Ein Medizinstudium folgte, während dessen er zeitgleich an seinem Debutwerk „Nicodemus“ arbeitete. Heute ist er sowohl als Dozent und Verfasser medizinischer Texte wie als Schreiber von phantastischen Geschichten tätig. Sitzt er gerade einmal nicht am Schreibtisch, ist der ehemalige Schulversager, der seiner früheren Schreib- und Leseschwäche immer mit Humor begegnet, als begeisterter Freizeitsportler in San Francisco unterwegs.
Eine neue Generation an Fantasy-Autoren sorgt derzeit für einigen Wirbel und stellt das Genre mit neuen und phantasievollen Ideen auf den Kopf. Blake Charlton zählt zweifelsohne zu jener Riege an Nachwuchsschriftstellern, die der Fantasy-Literatur neues Leben einhauchen. „Nicodemus – Der Zauberverschreiber“ jedenfalls ist ein wahrhaft zauberhaftes Buch, welches völlig neue, unkonventionelle Wege geht, um damit restlos zu begeistern. So ist Blake Charlton fraglos ein Autor, von dem auch in Zukunft einiges zu erwarten sein wird. Sein Einstieg in die Fantasy-Welt jedenfalls könnte gelungener kaum sein! [aw]





