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20.10.2011 09:37:46

TRAUM-HAFT - Onirim

Ein kooperatives Kartenspiel, das man vor allem auch gut alleine spielen kann? Das wäre ein Traum. Genau genommen ein Albtraum: Denn „Onirim“ macht es zur Aufgabe der Traumwelt zu entkommen und sich vor Albträumen zu hüten. Das Spiel selbst aber ist ein Traum.
BILDERSTRECKE
Onirim
PRODUKTINFORMATION
ONIRIM

VERLAG: Pegasus Spiele
AUTOR: Shadi Torbey
GRAFIK: Élise Plessis
SPIELER: 1-2
ALTER/USK: Ab 10 Jahre
DAUER: 20 – 30 Minuten
SPIELINHALT: 110 Spielkarten, Metalldose, Spielregeln
PREIS: 7,95 € | Im Handel erhältlich
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es ist die Grafik, die dem Kenner fantastischer Spielereien bei diesem Titel als erstes ins Auge springt. Gerade die abstrakten Zeichnungen von Élise Plessis verleihen „Onirim“, diesem Kleinod eines Kartenspiels, seinen ganz eigenen Stil. Zur bekanntermaßen manchmal wirren Welt der Träume passend, sorgen sie für das optisch stimmige Ambiente.
Das Kartenmaterial des Spiels ist sprachfrei, so dass der Pegasus Spiele Verlag, welcher das Spiel jetzt auf deutsch veröffentlich hat, vor allem die Regel übersetzen musste. Zusätzlich hat man den Geheimtipp in Sachen Kartenspiel der Messe SPIEL 2011 in eine solide Blechschachtel gepackt und das Cover hiesigen Gegebenheiten angepasst.
Beim kooperativen „Onirim“ gilt es, der Welt der Träume zu entfliehen, indem man die oneirischen Pforten findet. Ansonsten läuft die Zeit ab und man bleibt für immer im Schlaf gefangen. Es geht von Zimmer zu Zimmer stets auf der Flucht vor den bedrohlichen eigenen Albträumen, die plötzlich auftauchen können. Für Abwechslung und steigende Schwierigkeiten sorgen die drei, bereits mitgelieferten, Erweiterungen. Ein schöner Mehrwert, den die Macher dem geneigten Spieler bieten.
Das Grundspiel beginnt mit einem 76 Karten starken Deck. Pforten-, Labyrinthund zehn (Alb-)Traumkarten bilden dieses Deck. In der Starthand sind nur die Labyrinthkarten erlaubt, von denen man fünf auf die Hand nimmt. Diese Karten gibt es in vier Farben (rot, blau, grün und braun) und ansteigender Anzahl und sie sind zudem noch mit einem der drei verschiedenen Symbole Sonne, Mond oder einem Schlüssel bedruckt. Die Türkarten gibt es in vier Farben. Sie sind pärchenweise im Deck vorhanden und es gilt alle zu sammeln. Nur dann entkommt man der Traumwelt von „Onirim“ endgültig.
Nett: der wiederkehrende Ablagestapel bei „Onirim“ wird Limbus genannt und wird im Prinzip nach jeder Runde immer wieder in den Spielstapel gemischt. Was sich hingegen im eigentlichen Ablagestapel befindet, ist weg. Im Limbus hingegen landet alles, was man erstmal nicht braucht, aber wieder kommen darf. Denn bei „Onirim“ kann man jeden Zug über entweder eine Karte ausspielen oder abwerfen. Spielt man sie aus, versucht man im Verlauf des Spiels damit Reihen zu bilden, genau genommen, Labyrinth-Reihen. Hier bringen gleiche Farben mit unterschiedlichen Symbolen auf den Karten die gewünschten Pforten ein. Diese kann man sich dann einfach aus dem Stapel aussuchen. Beim Kartenabwerfen in den Limbus darf man bei einem Schlüsselsymbol sich die ersten fünf Karten des Kartenzugstapels anschauen, und erhält dadurch einen besseren Überblick, den man auch noch dadurch verbessern kann, indem man eine der Karten von hier direkt in den Limbus befördert.
Im zweiten Schritt im Spiel füllt man immer die eigene Kartenhand auf. Zieht man eine Labyrinthkarte, verbleibt diese einfach dort. Zieht man eine Pforte, kann man diese ins Spiel bringen, insofern man eine passende Labyrinthkarte mit Schlüsselaufdruck vorzuweisen hat und diese in den Limbus gibt. Hat man keine, dann wandert die Pfortenkarte
in denselben. Bei einem Traum bzw. Albtraum hat man die Wahl der Qual aus vier Möglichkeiten: Eine Schlüsselkarte auf den Ablagestapel zu werfen, eine ausgelegte Pforte zurück in den Limbus zu legen, fünf Karten des Zugstapels anzuschauen und Pfortenund Traumkarten ebenfalls in den Limbus zu legen. Oder einfach alle Handkarten abzuwerfen und wie zu Beginn neu fünf Karten zu ziehen.
In Schritt Drei eines Zuges werden dann die Karten des Limbus in den Zugstapel gemischt und es beginnt wieder vorne. Solange, bis der Stapel aufgebraucht ist, denn dann hat man verloren. Kann man aber alle acht möglichen Pforten vor sich „geöffnet“ auslegen, hat man es geschafft.

FAZIT |  

Pegasus Spiele hat sich dankenswerterweise dieses kleinen Spieleschatzes angenommen, für den noch in diesem Jahr die Fortsetzung „Equilibrion“ bei Filosofia auf Englisch und Französisch erscheinen soll. Aber auch so bietet das Spiel in der robusten Metalldose bereits drei weitere spannende Varianten, die eben auch alleine für viele spannende Spieleabende sorgen. Wie in einem gemeinsamen Klartraum versuchen ein bis zwei Spieler in „Onirim“, durch Kombination und/oder Kooperation der fantastisch schönen Traumwelt langsam, aber sicher, zu entkommen. Ein ebenso tolles wie außergewöhnliches Thema, das, stimmig umgesetzt, ein wahrlich einzigartiges Spielerlebnis bereitet. [gh | mic]