EIN KLASSIKER KEHRT ZURÜCK - Das Geheimnis der großen Schwerter
VERLAG: Klett-Cotta
AUTOR: Tad Williams
SEITEN: 976 | 891
PREIS: Je 24,90 €
Osten Ard. Ein Name, der die Herzen von Anhängern der phantastischen Literatur höher schlagen lässt. Erschuf Tad Williams mit dem geheimnisvollen Kontinent doch eine Welt, die sich an Komplexität und Tiefe leicht mit Tolkiens Mittelerde messen kann. In eben jenem Kontinent, bei dessen Entwicklung sich Williams von der realen Welt ebenso inspirieren ließ wie von Tolkiens Werk, hat der US-Autor „Das Geheimnis der großen Schwerter“, sein erstes komplexes, auf vier Teile angelegtes Romanepos angesiedelt. 1988 erstmals im englischen Original veröffentlich, war der Klassiker der phantastischen Literatur lange Jahre zum Leidwesen vieler Leser, die erst mit den jüngeren Arbeiten auf das Werk Williams gestoßen sind, nicht lieferbar. Die Stuttgarter Hobbit Presse, Fantasy- und Science Fiction-Spezialist des renommierten Verlagshauses Klett-Cotta und bereits seit Jahren Williams Heimat für die deutschsprachige Veröffentlichung vieler seiner Werke, hat sich nun dankbarerweise der Thematik angenommen und bringt eine aufwändig gestaltete Neuedition der epischen Erzählung auf den Markt.
Den Auftakt machen die beiden Bände „Der Drachenbeinthron“ und „Der Abschiedsstein“. Weiter geht es im kommenden Herbst mit „Die Nornenkönigin“, bevor „Das Geheimnis der großen Schwerter“ dann im Frühjahr 2011 mit „Der Engelsturm“ seinen krönenden Abschluss findet. Bis dahin aber gibt es eine Menge zu lesen, umfassen doch schon die ersten beiden Teile über 1.900 Seiten. Die allerdings prall gefüllt sind mit phantastischen Ideen, unterhaltsamen Momenten und natürlich einer Menge Spannung. Einst von den Völkern der Sithi und Nornen bewohnt, ist Osten Art seit Generationen fest in der Hand der Menschen, die die Elben vor langen Jahren aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Hier lebt auch der Küchenjunge Simon, aufgrund seines zerstreuten Wesens und seiner Träumereien gerne Mondkalb genannt, der auf dem Hochhorst, dem Schloss des Königs Johan, eine Anstellung gefunden hat. Anstatt aber seinen Aufgaben nachzugehen, drückt sich Simon nach allen Regeln der Kunst vor seinen Pflichten, um die Gemächer des Schlosses zu erkunden und sich vom Lehrmeister Dr. Morgenes in die Kunst des Lesens und Schreibens einweisen zu lassen. Als der betagte König verstirbt, entbrennt unter seinen Söhnen Elias und Josua ein Machtkampf. Elias, der Thronfolger, gerät dabei immer mehr in die Fänge des dunklen Magiers und Beraters Pryrates. Um seine Position zu sichern geht Elias schließlich einen faustischen Pakt ein und Verbündet sich mit den Nornen, die ihm „Leid“, eines der drei legendären Schwerter von Osten Ard überlassen. Im Gegenzug wird Josua in den dunklen Verliesen der einstigen Elbenburg Hochforst eingekerkert.
Bei einem seiner zahlreichen Erkundungsgänge durch das Schloss findet Simon zufälligerweise den Verfemten und rettet ihn aus seinem Verlies. Seine Tat aber bleibt nicht unentdeckt, und so muss Simon schließlich selbst fliehen. Mit Hilfe eines Planes und einer Wegbeschreibung seines Lehrmeisters, der bei dem Versuch, Simon zu helfen, verstirbt, macht sich das Mondkalb auf den Weg nach Naglimund. In der Feste, in der sich Prinz Josua seine Zuflucht gesucht hat, hofft auch Simon vor den Nachstellungen Pryrates sicher zu sein. Doch der Weg dorthin ist äußerst beschwerlich. So führt ihn seine Flucht nicht nur in die schier unendlichen Tiefen von Horchforst, sondern auch in die Lande von Osten Ard, die dem Reisenden seit der Machtübernahme Elias’ keinerlei Sicherheit mehr bieten. Als Simon schließlich die Feste Naglimund erreicht, erfährt er den wahren Umfang der Pläne des neuen Königs und seines finsteren Beraters. Gemeinsam mit dem Prinzen macht er sich auf den Weg, diese zu durchkreuzen. Eine besondere Rolle spielen dabei die drei legendären Schwerter, die die verfeindeten Parteien mit aller Macht versuchen, in ihre Gewalt zu bekommen.
FAZIT |Wie seine späteren Arbeiten auch, entwickelt Tad Williams’ erster Epos eine Sogwirkung, der man sich schon nach wenigen Kapiteln nicht entziehen kann. Fällt der Auftakt noch relativ ruhig aus, weiß „Das Geheimnis der großen Schwerter“ schon nach kurzer Zeit restlos zu begeistern. Eine packende Geschichte, schillernde Charaktere, aber auch viel Witz und Humor sorgen für ein riesiges Lesevergnügen. Dazu trägt natürlich auch die farbenprächtige Welt von Osten Ard bei, die Williams mit immer neuen Wundern, illusteren Figuren und beeindruckenden Landschaften anfüllt. Wer davon auch nach vier Bänden nicht genug bekommen kann, dem sei der Roman „Der brennende Mann“ ans Herz gelegt, mit dem Williams noch einmal auf diesen zauberhaften Kontinent zurück kehrt.










