DINGE FÜR DEN KÖNIG - Kings & Things
GENRE: Brettspiel
VERLAG: Pegasus Spiele
AUTOR: Tom Wham, Rob Kuntz
GRAFIK: Claus Stephan, Martin Hoffmann
SPIELER: 2-4 Spieler
ALTER: Ab 12 Jahren
DAUER: Ca. 60-180 Minuten
SPIELINHALT: 48 Geländefelder, 200 Spielmarken, 58 Goldmünzen, 4 Sichtschirme, 4 Übersichtskarten, 4 Würfel, 1 Beutel, 24 Schlachtenanzeiger aus Kunststoff, 32 Festungen aus Plastik, 60 Holzscheiben, Spielregeln
PREIS: UVP 39,95 € | Erscheint im Frühjahr 2010
Das magische Land Kadab - gebeutelt von unfähigen Hexenmeistern, die versehentlich die Landschaften in ewige Unruhe brachten - sucht einen würdigen Thronerben, der das Königreich mit starker Hand regiert. Was mit Landschaft in ewiger Unruhe gemeint ist, erschließt sich Spielern bereits auf den ersten Blick: Eine Ähnlichkeit zu „Die Siedler von Catan“ ist augenfällig. Das liegt am Aufbau der Grundfläche, die sich aus Hexfeldern zusammensetzt. Diese symbolisieren Landschaftsformen wie Ebene, Wald, Sandwüste, Sumpf, Eiswüste, Gebirge, Wasser oder Dschungel. Das ist schon die einzige Gemeinsamkeit. Im Gegensatz zu „Siedler von Catan“ geht es nicht darum, Rohstoffe und Siegpunkte zu sammeln, sondern um die Eroberung von Feldern und die Errichtung einer Zitadelle.
Bei „Kings & Things“ handelt es sich aber keineswegs um einen Abklatsch des Erfolgsspiels von Klaus Teuber. Denn es wurde bereits in den frühen 1980er Jahren vom Amerikaner Tom Wham entworfen und 1983 unter dem Namen „King of the Tabletop“ als Beilage einer Zeitschrift veröffentlicht (Für Alleswisser: Dragon #77 von TSR, dem damaligen Verlag des Rollenspiels „Dungeons and Dragons“). 1986 wurde das Spiel in überarbeiteter Form von West End Games vertrieben, ehe es im selben Jahr über den inzwischen marktführenden Tabletophersteller Games Workshop in geringer Auflage auf den europäischen Markt gelangte. Die erste deutschsprachige Ausgabe erschien aber erst 1997 bei Pegasus Spiele. 2001 gab es eine überarbeite Edition. Jetzt steht eine neue Ausgabe in den Startlöchern. Man darf also gespannt sein, hatte Pegasus doch schon damals viel Lob für die deutsche Übersetzung samt den Verbesserungen am Originalspiel eingeheimst.
Die Aufgabe bei „Kings & Things“ besteht darin als niedriger Landadliger die eigene Baronie zu vergrößern und die über 200 verschiedenen Bewohner im Lande für sich kämpfen zu lassen. Die Armee besteht hierbei nicht nur aus Menschen. Vielmehr finden sich zahlreiche alte Bekannte aus dem Fantasy-Genre wieder: Elfen, Goblins, Zwergen, Drachen, aber auch Flugeichhörnchen, Dinosaurier, Mörderpinguine, Büffel, Eskimos, Skelette und Ritter. Neben Führungsqualitäten sind vor allem Bestechungskünste von Nöten sowie ein geübter Umgang mit magischen Artefakten. Daneben gilt es genügend Gold anzuhäufen, um die bereits angesprochene Zitadelle bauen zu können.
Der Weg zum Sieg ist allerdings steinig. Zunächst müssen unbesiedelte Länder erobert werden. Zu diesem Zweck gibt es die Spielmarken, die Dinge (englisch „Things“). Es wird unterschieden zwischen den Wesenmarken, den Ereignismarken, den Schatzmarken, den Magiemarken, den Einkommensmarken, den Wappenmarken, den Helden und den Goldmarken sowie den Schlachtmarken und den Festungen, die jetzt aus Kunststoff sind. Der Großteil davon wird im „Things“-Beutel aufgehoben.
Jeder Spieler beginnt das Spiel mit etwas Geld, einer Grundausstattung von zehn treuen Anhängern oder Gegenständen, einem Turm und drei Landschaftsfeldern. Die Spielrunden sind in Phasen unterteilt. Zunächst erhebt jeder Spieler Steuern. Mit Hilfe des Geldes kann er Helden und Dinge anwerben. Jedem Spieler stehen (je nach Anzahl der Landschaftsfelder) Dinge zu. Weitere können mit Geld erworben oder im Verhältnis 2:1 getauscht werden. Die Dinge werden blind gezogen und nicht ausgesucht. Anschließend werden Ereignisse ausgespielt. Hier kann man Mitspielern ärgern oder versuchen sich selbst zu verbessern. Schließlich werden (eigene) Armeen und Wesen verschoben. Bewegungen enden sofort, wenn man auf ein unerforschtes Feld trifft oder mit einem Feind kollidiert. So kommt es bald zu ersten Schlachten. Dinge und Helden sterben übrigens nicht, sondern kommen bei Verlust in den Beutel zurück, woraus sie wieder gezogen werden könnten. Zu guter Letzt werden eigene Festungen, zu denen auch Zitadellen zählen, errichtet oder verbessert und die Sonderfertigkeiten einzelner Helden ausgespielt. Zu jeder neuen Runde ändert sich übrigens die Spielreihenfolge. Der Startspieler wechselt im Uhrzeigersinn.
FAZIT |„Kings & Things“ ist ein tolles taktisches Spiel. In der geballten Form eines umfangreichen Brettspiels glänzt es zudem mit seinem humorigen Fantasy-Einschlag. Die Anleitung ist vorbildlich. Gut gegliedert führt sie durch eine durchaus große Menge an Regeln, die tatsächlich auf fast jede Eventualität eingehen. Die Kurzfassung auf dem Sichtschirm ist eine gute Gedächtnisstütze. Die Regeln sind komplex, aber verständlich und verleihen „Kings & Things“ auch 2010 immer noch eine enorme taktische Tiefe. Denn „Kings & Things“ fängt da an, wo „Siedler von Catan“ aufhört.










