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06.04.2010 14:16:43

CHEF DER VERLIESE - Dungeon Lords

Bist du bereit für heroische Taten, die Ruhm, Reichtum und Bewunderung wunderschöner Jungfrauen einbringen? Dann spiele bitte ein anderes Spiel. „Dungeon Lords“ ist für Leute gedacht, die einen Dungeon bauen und das Böse anführen wollen.
BILDERSTRECKE
Dungeon Lords - Box
PRODUKTINFORMATION
DUNGEON LORDS

GENRE: Brettspiele
VERLAG: Heidelberger Spiele/CGE
AUTOR: Vlaada Chvatil
GRAFIK: Filip Murmak
SPIELER: 2-4
ALTER: Ab 12 Jahren
DAUER: Ca. 90 Minuten
SPIELINHALT: 7 Spielpläne, 94 Karten, 139 Plättchen, 104 Marker, 17 Spielfiguren, Spielregeln
PREIS: UVP 39,95 €
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Sie treffen sich in einer Taverne: der mächtige Krieger, der weise Zauberer und der gewitzte Dieb. Wenige Stunden und viele Humpen Met später ist eine unzertrennliche Heldengruppe aus ihnen geworden, die sich aufmacht, die Welt vom Bösen zu befreien. Und tatsächlich lauert dieses nur einen kurzen Fußmarsch entfernt. Ein dunkler Lord hat einen nahegelegenen Hügel in ein Labyrinth aus Stollen und Fallen verwandelt, gespickt mit Trollen und Edelmetallen. So machen sich die Helden auf, diesen Dungeon zu erobern und den Bösewicht zu bestrafen. Doch bei „Dungeon Lords“ übernimmt man mitnichten die Rolle der Guten, sondern hat als einer der Herren der Unterwelt vielmehr die Aufgabe, seinen Dungeon vom guten Geschmeiß zu säubern. Entsprechend der Ur-Idee des legendären PC-Spiels „Dungeon Keeper“ nimmt uns nun Vlaada Chvatil mit in den Keller, um uns zu zeigen, was ein Dungeon Lord zu leisten hat.

„Dungeon Lords“ ist ein Spiel für zwei bis vier aufstrebende Kerkermeister. Als solcher gräbt man Tunnel, schürft Gold, wirbt Monster an, stellt Fallen auf und kümmert sich um all die Dinge, die in einem Dungeon anfallen. Manchmal muss man richtig böse werden, um zu bekommen, was man will. Doch je böser, desto stärkere Helden werden angelockt, um zu vernichten, was man sich doch so mühsam aufgebaut hat. Wo soll man bloß all die Diener und Monster herbekommen und wie soll man sie bei Laune halten? Vor allem, wenn dann auch noch eine Bande dahergelaufener Gutmenschen versucht, all diese Arbeit zunichte zu machen?

Das Spiel läuft in zwei Runden ab, wobei eine jeweils für ein Jahr steht. Es gilt einen eigenen Dungeon zu bauen, den die Helden am Ende eines Jahres zu erobern versuchen. Doch man muss viele Dinge berücksichtigen, wie z.B. Gold und Nahrung herbeischaffen, Räume bauen, Fallen kaufen, Monster anwerben, Steuern zahlen und die angeheuerten Söldner-Monster entlohnen. Viele Aktionen steigern die Boshaftigkeit. Deren Niveau wird vom Bösometer gemessen und angezeigt. Je böser ein Spieler, bzw. dessen Dungeon, um so mächtiger die Helden, die einen „besuchen“ kommen.

In den Baurunden werden Monster und Räume zum Kauf ausgelegt. Danach wählen die Spieler verdeckt drei der Befehlskarten aus und legen sie in der Reihenfolge auf, in der sie genutzt werden sollen. Anschließend nimmt man eine seiner drei Befehlsempfängerfiguren und stellt sie auf einem speziellen Spielplan auf das Feld des entsprechenden Befehlsbereiches mit der niedrigsten Nummer. Kein Befehl kann insgesamt öfter als dreimal erteilt werden. Sind die Karten aufgedeckt und die Figuren verteilt, so werden die Befehle auch ausgeführt. Jeder bewirkt etwas anders, je nachdem, ob man wiederum der Erste, Zweite oder Dritte war. Zudem sind zwei der gegebenen Befehle für die nächste Runde blockiert. Generell kann man wählen zwischen Nahrung sammeln, Reputation verbessern, Kobolde einstellen, Tunnel graben/Gold schürfen, Fallen/Monster und Geister kaufen oder eine Kammer bauen.

In den folgenden Kampfrunden greifen die Helden immer zu dritt an, die stärksten gehen zum Dungeon mit dem höchsten Wert am Bösometer. Als Gegner kommen bekannte Genreklassen wie die der Krieger, Priester, Diebe, Zauberer und die des guten Paladins zum Einsatz. Es werden vier zufällige Kampfkarten, die den Auseinandersetzung beeinflussen, aufgelegt. Danach wird bestimmt, wo im Dungeon die Helden angreifen, und der Dungeon Lord wählt je nach Ort Fallen und Monster aus. Zuerst werden die Heroen durch eventuell gesetzte Fallen geschwächt, ehe die Monster attackieren. Monster verursachen Schadenspunkte, um danach automatisch außer Gefecht zu sein - das klassische Rollenspiel lässt grüßen. Sind nach allen gewerteten Angriffen noch Helden da, wird das umkämpfte Plättchen von diesen erobert.
Nach zwei Jahresdurchgängen ist das Spiel beendet und es zählt, was man bei Konstruktion und Verteidigung seines Dungeons erreicht hat. Die Spieler erhalten Punkte für Monster, Dungeongröße, Räume etc. Außerdem gibt es Punkte für Ehrentitel wie die meisten Gänge und Kammern, den stärksten besiegten Helden, den höchsten Wert am Bösometer und ähnlichem. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

FAZIT |  

„Dungeon Lords“ ist ein durchaus komplexes Spiel, das aber sehr gut ausgetüftelt ist und einen Mordsspaß macht - eine grundsätzliche Begeisterung für das Fantasy-Genre vorausgesetzt. Der Unterhaltungswert ist bereits während des Spiels derart hoch, dass die Abschlusswertung für den Gesamtsieger bei vielen Testspielen nicht mehr wirklich ins Gewicht fiel. Der Anreiz für ein weiters Spiel ist sehr groß - genau wie bei „Space Alert“, dem „Spiel des Jahres“-Sonderpreisträger von Autor Vlaada Chvatil. Denn nur wenn man „Dungeon Lords“ des Öfteren spielt, entfalten sich, neben dem unwiderstehlichen Reiz des Bösen, erst die mannigfaltigen taktischen Möglichkeiten. Besonders lobenswert ist an dieser Stelle wieder die Anleitung, die Anfänger zu Beginn schrittweise und mit eigenen Übungs-Dungeons in das Spiel begleitet.